Findlinge im Geologischen Lehrgarten
Teisendorf · Rupertiwinkel

Geologie, Zeit und Lebewelt

Die Geologie erforscht und beschreibt den Aufbau und die Entwicklungsgeschichte unseres Planeten. Sie untersucht und erklärt die gestaltenden und formenden Kräfte, die auf die Erdkruste einwirken und sie verändern wie zum Beispiel Gebirgsbildungen oder lang anhaltende Vereisungsperioden (Eiszeitalter). Die Paläontologie, eine Fachdisziplin der Geologie, beschäftigt sich mit der Geschichte des Lebens, die durch in Gesteinsschichten aufgefundenen Versteinerungen bezeugt wird.

Bis in die Mitte des 20.ten Jahrhunderts war die Altersbestimmung von Gesteinen anhand der Lagerungsverhältnisse, ihrer Zusammensetzung und ihres Fossilinhaltes nur in "jünger" oder "älter" möglich. Daher ließen sich regional und überregiona lauftretende, verschiedenartige Gesteinsschichten in eine relative zeitliche Abfolge einordnen. Die Zusammenschau ergab eine erdgeschichtliche Zeittafel, die in Zeitabschnitte wie "Ären" und "Systeme" unterteilt ist. Mittels moderner physikalischer Analyseverfahren kann heute das Alter von Gesteinen und Fossilien in Zeiteinheiten (Jahre) angegeben werden.

Die Entwicklungsgeschichte der Erde und ihrer Lebewesen lässt sich in ein Zeitgefüge bringen, das die Reichweite "geologischer Zeiträume" vermittelt.

Nach der Entstehung der Erde vor 4,7 Milliarden Jahren dauerte es etwa eine Milliarde Jahre bis erste Spuren von Leben in Form einzelliger Meeresorganismen auftraten. Nach einer weiteren Milliarde von Jahren veränderten die Einzeller mit der Entwicklung der Photosynthese die Lebensbedingungen auf der Erde. Durch Nutzung des Sonnenlichts bauten sie aus anorganischem Material körpereigene Stoffe auf, wobei das Stoffwechselprodukt Sauerstoff in die bislang sauerstofflose Atmosphäre gelangte. Dadurch wurden Bedingungen geschaffen, die erst die Entwicklung der uns vertrauten Lebewelt ermöglichten. Mehr als vier Milliarden Jahre vergingen, ehe die ersten Fische die Ozeane belebten. Die Besiedelung der Kontinente zunächst durch Pflanzen, dann durch Tiere, erfolgte gut 100 Millionen Jahre später. Als die ersten Säugetiere erschienen, war die Erde schon 4,5 Milliarden Jahre alt. Das jüngste Eiszeitalter, das die Landschaft Südbayerns so grundlegend prägte, begann vor 2,5 Millionen Jahren und endete erst vor 10.000 Jahren. Vor 100.000 Jahren trat der erste Jetztmensch (Homo sapiens) auf.  Seinen Nachfolgern gelang es in dieser geologisch recht kurzen Zeitspanne, sich auf allen Kontinenten auszubreiten und die natürlichen globalen Abläufe spürbar zu beeinflussen.

Geologie und Zeit

Tabelle: Geologie und Zeit