Findlinge im Geologischen Lehrgarten
Teisendorf · Rupertiwinkel

Der Salzachgletscher

Bereits 1886 stellte Eduard Brückner, ein Pionier der Eiszeitforschung, in seiner Doktorarbeit über »Die letzte Vergletscherung des Salzachgebietes« ein »erstes scharf umrissenes Bild eines großen nordalpinen Vorlandgletschers« vor, das im wesentlichen mit den heutigen Forschungsergebnissen übereinstimmt.

Der Salzachgletscher setzte sich aus den inneralpinen Eisströmen im Salzachtal und im Saalachtal zusammen. Dabei überwogen die Eismassen im Salzachtal die im Saalachtal bei Weitem, was sich in der Namensgebung niederschlägt. Der Salzachgletscher besaß eine Gesamtlänge von 128 km, gerechnet von seinem inneralpinen Ursprungsgebiet in den Hohen Tauern bis zu seiner Endmoräne bei Nonnreit. Er sammelte sich in einem elf Kilometer messenden und 260 Meter tief ausgeschürften Stammbecken am unmittelbaren Alpenrand bei Salzburg. Das Stammbecken des Saalacheisstroms lag im Reichenhaller Kessel. Von dort drängte der Gletscher zwischen Staufen und Untersberg ins Vorland und trug seinen Anteil zum Salzachgletschers bei.

Die Eismassen im Salzburger Stammbecken hatten Höhen von 1000 Metern üNN und entwickelten sich bei anhaltend kaltem Klimat fächerförmig ins Vorland. Ihr Oberflächengefälle betrug 12,5 Promille. Die weiteste Nord-Süd-Ausdehnung des Eisfächers zwischen Nunreut (Nonnreit) und Salzburg maß in der Würmkaltzeit 40km.
Der Salzachgletscher transportierte seine Gesteinsfracht, die bis zu 3000 Kubikmetern pro Quadratkilometer und Jahr betrug, aus dem Gebirgsraum ins Vorland. Daher hinterließen seine Eisströme bei ihrem Rückzug ins Gebirge bis zu 70 Meter mächtige Geröllablagerungen. Es entstanden mehrere hintereinander liegende Moränenkränze und ausgedehnte Schotterfluren vor den Endmoränenwällen bis hin zum Inn. Innerhalb der Moränenwälle hinterließ das rückschmelzende Eis eine typische Grundmoränenlandschaft mit ihren vielfältigen Formen.

Der Salzachgletscher als Landschaftsbildner zur Würmkaltzeit mit seinen Moränenkränzen, Drumlinfeldern, Stammbecken und Zweigbecken
Salzachgletscher
  1. Teisendorfer Zweigbecken
  2. Waging-Tachinger Zweigbecken
  3. Tittmoninger Zweigbecken
  4. Ibmer-Bürmooser Zweigbecken
  5. Oichentaler Zweigbecken
  6. Trumer Zweigbecken
  7. Seekirchner Zweigbecken