Findlinge im Geologischen Lehrgarten
Teisendorf · Rupertiwinkel

Anmerkungen zur Geschichte des Eichelgartens

Das Gelingen des Projektes »Erneuerung und umweltbildnerische Aufbereitung des geologischen Lehrgartens Teisendorf zum Geopark Eichelgarten« ist vor allem dem ehrenamtlichen Engagement und hartnäckigen Betreiben einiger Teisendorfer Bürgerinnen und Bürger zu verdanken. Bemerkenswert ist, dass alle Altersgruppen von Schulkindern bis zu rüstigen Senioren mitgeholfen haben, den mit der Zeit arg heruntergekommenen Lernort zu erneuern.

Infotafeln, diese Broschüre, Flyer und andere Werbematerialien konnten durch Fördermittel des Freistaates Bayern für Maßnahmen in der Biosphärenregion Berchtesgadener Land beschafft werden.

Materialien für Wegebau, Trägersysteme der Informationstafeln und Sitzgruppe »Atrium« stellte dankenswerter Weise die Marktgemeinde Teisendorf zur Verfügung, die auch die Trägerschaft des Projekts übernommen hatte.

All dieses Tun wäre ohne die nachfolgende Vorgeschichte undenkbar:
Die Teisendorfer Marktumschau veröffentlichte 1993 den Artikel »Der geologische Lehrgarten in Teisendorf«. Darin beschrieb Hans Gramsammer die Geschichte des Eichelgartens. Das Gelände wandelte sich demnach im 19ten Jahrhundert nach einer Pflanzaktion von einer aufgelassenen Kiesgrube zu einem Eichenhain. Dessen Mittelteil diente als Festplatz für die Bevölkerung und nach dem ersten Weltkrieg erst als Sportplatz, später als Tennisplatz. Sein nördlicher Teil erfuhr 120 Jahre nach der ersten Erwähnung durch die Einrichtung des geologischen Lehrgartens eine »kulturelle Aufwertung«. »Die Idee, Durchsetzung und endliche Realisierung des … Geologischen Lehrgartens ist ausschließlich dem außerordentlich zielstrebigen und ausdauernden Einsatz von Hans Gramsammer zu danken. Es waren dabei viele Schwierigkeiten zu überwinden, ebenso wie zahllose ehrenamtliche und unentgeltliche Arbeitsstunden von ihm zu leisten…« fügte die Redaktion der Marktumschau dem Artikel bei.

Hans Gramsammer (geb.1921, gest. 2005) war Schneidermeister, Gemeinde- und Kreisrat, Heimatkundler, Sammler von Zeitdokumenten, Musikfreund, Fotograf und begeisterter geologischer Autodidakt aus Teisendorf.

Er erkannte, welchen Wert die Findlingsblöcke, die in der gegenüber dem Eichelgarten 1974 neu aufgeschlossenen Kiesgrube in ungewöhnlicher Menge vorkamen, »als Demonstration eines gewaltigen Zeitraums der Entwicklung heimatlichen Bodens« für eine interessierte Öffentlichkeit hatten. Er veranlasste die Bergung der Findlinge während des mehrjährigen Kiesabbaus und sorgte für ihre Sicherstellung und Aufbewahrung. »All das geschah ohne auch nur einen Pfennig von öffentlichen oder privaten Zuwendungen.«

1977 ließ er vom Geologischen Institut der Universität Salzburg zu den Funden ein Gutachten erstellen. Dessen Beurteilung lautet: »Die Idee, in Teisendorf einen geologischen Lehrpfad zu errichten, kann … nur wärmstens empfohlen werden. Ein solcher Lehrpfad, gewissermaßen ein Museum in freier Natur, würde dem fachlich interessierten Laien ein Stück Erdgeschichte unserer Alpen auf engstem Raum nahe bringen sowie einen kleinen Einblick in die Vielfalt der Gesteinstypen vermitteln. Leider sind derartige kulturelle Einrichtungen viel zu selten. Ein geologischer Lehrpfad in Teisendorf würde … die Vielfalt der Naturattraktionen Bayerns bereichern.«
Es vergingen 19 Jahre, bis es ihm schließlich »unter schwierigsten Umständen« und mit »äußerster Mühe« und »mit Hilfe von Freunden und des Kiesbauunternehmers« gelungen war, seine Idee eines geologischen Lehrgartens im Eichelgarten zu verwirklichen. 1993 hatte er »nach zähem Ringen« sein Ziel erreicht. Er konnte den geologischen Lehrgarten der Öffentlichkeit übergeben, ein Vorhaben, das »völlig unverstanden ob solchen Tuns von der Bevölkerung« entstanden war.
Diese pessimistische Sicht Gramsammers wurde zwanzig Jahre später durch die tätige Mithilfe von zahlreicher Teisendorferinnen und Teisendorfern gründlich revidiert.

Hans Gramsammer

Bei der Neugestaltung des Geoparks Eichelgarten haben folgende Bürgerinnen und Bürger tatkräftig mitgewirkt: Angerpointner, Simon · Bauer, Laura · Baumgartner, Ludwig · Gasser, Georg (+) · Germann-Bauer, Michael · Egger, Franz · Enzinger, Christina · Enzinger, Johanna · Enzinger, Monika · Hagner, Jasmin · Haselberger, Magdalena · Hertlein, Edwin · Hofhammer, Michael · Kasper, Andrea · Kuhn, Norbert · Lemberg, Friedl · Mayer, Ludwig · Mittermaier, Luisa · Neumeier, Andreas · Pößnecker, Christian · Prechtl, Erwin · Putzhammer, Franz · Roth, Hans · Schader, Helmut · Schader, Herbert · Schader, Margarete · Schalkhaußer, Fritz · Schirmer, Randolf · Strauß, Robert · Walcher, Andrea